Myrrhe / Myrrha...

 

Der Myrrhebaum gehört zu den sog. Balsambaumgewächsen, den Burseracae.
Wie auch beim Weihrauch, gibt es verschiedene Myrrhesorten, die ebenfalls wie der Weihrauch im süden Arabiens (dem Jemen, Sokotra Inseln, selten auch Oman) und im norden Somalias wachsen. Die heute im Handel erhältliche Myrrhe stammt zum größten Teil aus Somalia, aber auch aus dem Jemen (leider eher selten, da der größte Teil im arabischen Raum verbleibt). Der echte Myrrhebaum trägt die botanische Bezeichnung Commiphora molmol. Allerdings ist molmol die somalische Bezeichnung für das Harz, der Baum selbst wird dort als didin bezeichnet. Bekannt sind ca. 200 Arten dieser Spezies, von denen manche sogar giftig sind.

Die gebräuchlichsten Bezeichnungen sind:
Commiphora molmol (Commophora myrrha, eigtl. der Baum) nach Nees
Balsamodendron myrrha / Balsamea myrrha

Mit diesen Bezeichnungen wird meist die Somalia Myrrhe, oder echte Myrrhe bezeichnet.

Die Myrrhebäume produzieren ebenfalls verschiedene Qualitäten von Harzen, welche abhängig vom Klima und den Umweltbedingungen sind, in denen sie wachsen.
Im internationalen Handel bestimmen die verschiedenen Grade über Wert und Preis.

  • Grad 1 oder Dahaabi ist die Helle Myrrhe
  • Grad 2 dunkle Myrrhe (dunkles braun)
  • Grad 3 Shooto ist eine Mischung aus hellen und dunklen Stücken
  • Grad 4 ist Fooh, ein Gemisch aus Staub, Rinde und kleinen Harzsplittern, dieser entsteht beim Transport.

Zudem kommen noch größenunterschiede hinzu, neuerdings wird das Granulat speziell verkauft, dieses wird in Somalia als Yaryar bezeichnet, zudem wird auch meist ein Gemisch von großen Stücken, kleineren Stücken und Fooh angeboten, meist aber eine von der Rinde gereinigte Form.
Im Altertum war die Myrrhe neben dem Weihrauch das wichtigste Räuchermittel, wie damals ist sie auch heute noch ein wichtiges Ingrediens in der Perfumherstellung, hat aber auch dort nicht den Stellenwert wie etwa das Hydrosol des Weihrauchs (Destillat).
Die Myrrhe verströmt beim räuchern einen zunächst erdigen, holzigen Geruch, der später leicht süßlich werden kann, aber an erdigkeit nicht verliert. Von Anfang an richt die Koniferenart Commiphora erithraea, die auch als Opoponax verkauft wird süßlich und an Myrrhe erinnernt. Dieses Opoponax liefern verschiedene Arten, die im südlichen Somalia und Äthiopien wachsen, diese sind.

  • Commiphora eritraea
  • Commiphora guidottii
  • und Commiphora holtziana.

Dieses Opoponax wird auch als Opoponax chironium bezeichnet.
Der Myrrhebaum wird ca. 3 bis 4 Meter hoch und ist ein strauchartiges Gewächs, dessen Harz auch entzündungshemmend und desinfizierend wirkt. Geräuchert wirkt das Harz reinigend, heilend, unterstützt (wenn auch nur bedingt) die Meditation und erdet.
Für die Sufis ist die Myrrhe von hoher Bedeutung und ist diesen heilig.

 
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