Heidnisches Jahrbuch

 

 
 

 

 

Heidnisches Jahrbuch 2010

Klappentext des Buches:
Wolfgang Bauer Quellverehrung vom Altertum bis heute • Thomas Lückewerth Die ewige Lehre • Voenix Der Blick der Medusa • Meldric Glíma • Michael Strmiska Wie man dem Blót das Blut zurückgibt • Hermann Ritter Delling • Hartmut Schulz Galdr • Peter Hilterhaus Die Húsdrápa des Úlfr Uggason • Rezensionen Bücher • Rezensionen CD •
Rezensionen DVD

Daniel Junker & Holger Kliemannel (Hrsg.)
ISBN 978-3-938432-10-5, Paperback, 348 Seiten € 28,80

 

 

Heidnisches Jahrbuch 2008

Daniel Junker & Holger Kliemannel (Hrsg.)
Heidnisches Jahrbuch 2008
496 Seiten, zahlreiche s/w-Abbildungen, DIN A5
ISBN 978-3-938432-08-2
€ 34,80

Die Beiträge des Jahrbuchs im Einzelnen:

Den Anfang macht Reinhard Falter mit seinem Aufsatz Tradition und Neuanfang als Probleme heutigen Heidentums, der den Beitrag von Kurt Oertel aus dem HJB 2007 zum Anlaß nimmt, um die Frage nach den Grundlagen für ein ernstzunehmendes Neuheidentum zu stellen. Falter stellt dabei die philosophische Reflexion an den Anfang seiner Arbeit, denn seiner Ansicht nach ist nur über die philosophische Betrachtung ein Zugang zu den Göttern möglich, nicht aber über die historische Rekonstruktion. Interessant sind auch seine Ausführungen zur Unmöglichkeit einer historischen Kontinuität, gerade auch im germanischen Heidentum, und seine Kritik am modernen Konstruktivismus.

Wir freuen uns sehr, in diesem Jahr einen Beitrag des englischen Religionswissenschaftlers Graham Harvey veröffentlichen zu dürfen. In seinem Beitrag Heidnische Studien oder Studium des Heidentums beschäftigt er sich mit der Frage, mit welchen wissenschaftlichen Methoden der Wissenschaftler sich dem Phänomen Heidentum nähern könnte, und verdeutlicht dies durch Beispiele aus seiner persönlichen Biographie und eigenen Forschungsprojekten. Mit der Vorstellung eines selbst entwickelten Methodenansatzes zur Erforschung heidnischer Religiosität endet der Beitrag.

Mit freundlicher Genehmigung der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften drucken wir den Beitrag Auf den Spuren sakraler Dichtung des slawischen und des baltischen Heidentums von Radoslav Katicic, der sich mit sakralen slawischen Texten beschäftigt und nachweist, daß über eine Art philologische Archäologie ein neuer Zugang zu bis dato verschlossenen Welten möglich ist.

Einen überaus interessanten Beitrag zum Umgang mit überkommenen Texten liefert Fritz Steinbock in seinem Aufsatz Das Wessobrunner Gebet – Rückgewinnung eines Ritualtexts mit heidnischen Wurzeln. Die Untersuchung des Wessobrunner Gebetes im Hinblick auf heidnische Wurzeln und Einflüße und mit dem Ziel verknüpft, es in den aktuellen, heuheidnischen Kontext einzubinden, bezeichnet der Autor als „Rückgewinnung“. Ein schönes Beispiel für einen möglichen Umgang mit überlieferten Texten.

Hermann Ritter gibt dem Leser einen interessanten und humorvollen Einblick in die Ansichten eines Nicht-Asatruars zum Thema Edda. Sein Beitrag Von außen gestellte Fragen an die „Edda“ wird vorgebliche Vorwort Edda-Experten überraschen und Einsteiger in das Thema neugierig machen. Wir haben uns auf jedenfall köstlich amüsiert.

Von den Beschwernissen der letzten Reise – Jenseitsvorstellungen und Seelenglaube: so der Titel des diesjährigen Beitrages von Kurt Oertel. Gerade zu diesem Themenkomplex gibt es eine Unzahl pseudowissenschaftlicher und esoterischer Spekulationen. In gewohnter Form setzt sich der Autor gewissenhaft und fundiert mit dem vorhandenen Quellenmaterial auseinander vergleicht dieses mit christlichen und anderen Vorstellungen, räumt quasi im Vorbeigang noch mit einigen neuheidnischen Mythen zu diesem Thema auf und kommt zu einem sehr bodenständigen Schluß. Ein wichtiger Beitrag zu einem wichtigen Thema.

Das Eheverständnis der Germanen und die rechtliche Stellung der Frau, so der Titel des Aufsatzes von Christian Brüning. Unter besonderer Berücksichtigung der altisländischen Gesellschaft liefert Brüning den Nachweis, daß die germanische Gesellschaft nicht patriarchal, sondern patrilinear organisiert war. Die Rede von einem „germanischen Patriarchat“ ist demnach eine unpassende Beschreibung, ebenso auch die Rede von einer „indogermanisch-patriarchalen“ Kulturverschiebung mit angeblicher Okkupation matriarchaler Urbevölkerungen, die als feministische Vorstellung durch die Ethnologie geistert.

Der jetzt folgende Beitrag führt den Leser in das Reich des Mitternachtslöwen König Gustav Adolf von Schweden. Holger Kliemannel hat sich mit Johannes Bureus und der schwedische Gotizismus beschäftigt. Der Autor geht dabei nicht nur auf die ideengeschichtliche Bedeutung des Gotizismus ein, sondern behandelt auch die esoterischen Systeme eines seiner bedeutenden Repräsentanten – Johannes Bureus. Die gotische Kabbala und das von Bureus entwickelte Adulruna-System geben einen interessanten Einblick in die esoterische Runenkunde.

Wolfgang Bauer stellt uns einen heute fast vergessenen Naturgelehrten des 19. Jahrhunderts vor – Franz Xaver von Unger. Der Botaniker und Mitbegründer der Paläobotanik, der sich selbst der naturhistorischen Schule zurechnete, wurde in seiner Zeit aus kirchlichen Kreisen als heidnisch-pantheistisch“ kritisiert und als „Verführer der Jugend“ dargestellt. Unger vertrat die These, daß ein Organismus sich Vorwort nur dann im Gleichgewicht befindet und vernünftig entwickelt, wenn „er sich nach seiner innersten „Idee“ verwirklichen kann, also „wild“, d. h. nach den eigenen Gesetzen, leben darf.“

Kaum ein Geschöpf hat Menschen, Autoren und Regisseure so fasziniert und inspiriert wie der Werwolf. In seinem Aufsatz Der Werwolf – Sage, Mystik, Wirklichkeit setzt sich der Autor Peter Hilterhaus mit den Wurzeln dieses Mythos auseinander und fragt nach einem womöglich realen Kern. Er begibt sich dabei nicht nur auf eine linguistische Spurensuche, sondern setzt sich ebenso mit dem indoeuropäischen Mythen- und Sagenspektrum auseinander und kommt dabei zu interessanten Ergebnissen.

Den Abschluß dieses Buches bilden wieder Buch-, CD- und DVD-Rezensionen und Autoreninfos.

 

 

Heidnisches Jahrbuch 2007

Daniel Junker & Holger Kliemannel (Hrsg.)
Heidnisches Jahrbuch 2007
412 Seiten, 70 s/w-Abbildungen, DIN A5
ISBN 978-3-938432-06-8
€ 28,80

Die Beiträge des Jahrbuchs im Einzelnen:

Renè Gründer untersucht die Rezeption germanischgläubigen Neuheidentums im Deutschland der Gegenwart. Angesichts der offiziellen Anerkennung von unterschiedlichen Asatru-Gruppen als Religionsgemeinschaften in einigen skandinavischen Ländern untersucht er die Rolle von dieser alternativen Religionsform im gegenwärtigen Deutschland. In seinem Beitrag stellt er die These auf, „daß die Konstruktion des „Neuheidentums“ im Sinne einer Projektionsfolie für gesellschaftlich als deviant angesehene Überzeugungssysteme in Religion (Antichristentum), Wissenschaft (Irrationalismus) und Politik (Rechtsextremismus) fungiert.“ Ob er seine These aufgrund der von ihm gelieferten Argumente belegen kann, das soll jeder Leser für sich entscheiden.

Der bereits aus dem ersten Jahrbuch bekannte Altgermanist Kurt Oertel beschäftigt sich in seinem Beitrag mit dem Problem der Quellenkunde im Neuheidentum. Unter dem Titel Denn es steht geschrieben… zeigt Kurt Oertel die Probleme auf, die innerhalb der heidnischen Szene bei der Rezipierung von Quellen bestehen.

Aufgrund des Mangels an vollständigen und neuen Übersetzungen verlassen sich Heiden auf die teils fehlerhaften Übersetzungen des 19. und 20. Jahrhunderts, was zu Problemen bei der Interpretation führt. Peter Hilterhaus untersucht Die Þórsdrápa des Eilífr Guðrúnarson, die im späten 10. Jahrhundert in Norwegen entstanden ist. Es gibt viele mythologische Dichtungen zu dem germanischen Donnergott Thor, diese Skaldendichtung jedoch berichtet von einem höchst interessanten Abenteuer, das viele und wichtige Interpretationen zuläßt.

Nachdem Thomas Lückewerth uns im vergangenen Jahrbuch den Mythenmaler und Tempelkünstler Hermann Hendrich in Erinnerung gerufen hat, stellt er in diesem Jahr den Findlingspark von Henzendorf im Schlaubetal vor. Daß es Runensteine in Brandenburg gibt, die allesamt jüngeren Datums sind, davon weiß kaum jemand etwas. Im Park werden germanische, keltische und hethitische Findlinge von verschiedenen Künstlern ausgestellt, ein Park, dessen Besuch lohnenswert ist. Ein schönes Beispiel für heidnische Kultur in heutiger Zeit.

Hans Stucken führte für uns ein Interview mit Dr. Robert Wallis, dem Co-Autoren des „Galdrbok“ unter dem Motto Galdr, Runen und ein neuer Lebenszauber. Dr. Wallis ist Associate Professor an der Richmond Universität in London und bekennender Heide. Sein Werdegang ist ein gutes Beispiel dafür, daß es sowohl möglich ist, praktizierender Heide zu sein und trotzdem eine erfolgreiche akademische Laufbahn einzuschlagen. Allein die Tatsache, daß wir darauf gesondert hinweisen müssen, ist ein Skandal und zeigt, daß es hier noch eine deutliche Schieflage innerhalb der akademischen Welt gibt. Schließlich gibt es ja auch eine Reihe ausgezeichneter Theologen, die zufälligerweise auch noch Christen sind.

Ulrike Kahrs beschäftigt sich in ihrem Beitrag Die weißen, reinen Mari mit den traditionellen Glaubensvorstellungen der Mari, dem letzten heidnischen Volk in Europa, das im mittleren Wolgagebiet – in der Republik Myrij Èl – beheimatet ist. Bis heute praktizieren sie ihre alten Bräuchen und ihre Jahreskreisfeste. Kernstück ihres Glaubens ist eine ausgeprägte Ahnenverehrung. Christliche Missionare aus Finnland bemühen sich gerade diese Menschen in den Schoß der Kirche zurückzuführen.

Mit den Traditionen zum Perchtenkult hat sich Thomas Lückewerth beschäftigt. Die Nacht der Frau Percht ist heute weitestgehend eine Touristenattraktion in den alpinen Regionen, und „offiziell schreibt man das Perchtentreiben dem Katholizismus zu“, doch „was haben zottelige lärmende Wesen, furchterregende gehörnte Gestalten, die schnabeltragende Frau Percht und ihr Erscheinen zur Wintersonnenwende mit dem Katholizismus zu tun?“ fragt der Autor berechtigter Weise.

Mit abgeschlagenen, sprechenden und grünen Köpfen beschäftigt sich der Autor und Künstler Voenix in seinem Beitrag Schädelkult. Der Artikel ist nicht so blutrünstig wie der Titel vermuten läßt, sondern widmet sich ganz sachlich Kopf-Kultvorstellungen verschiedener Epochen und Kulturen. Daß der Kopf und seine Bedeutung ein wichtiger Bestandteil in den Glaubensvorstellungen vieler Kulturen war, das wird hier deutlich dargelegt. Exklusiv für dieses Jahrbuch hat Voenix das Bild Vainamoinen gemalt, für das wir ihm herzlich danken.

Reinhard Falter geht in seinem Beitrag Die Interpretation der antiken Mythen der Frage nach, wie wichtig die Verortung in einer naturreligiösen Glaubensvorstellung ist. Dabei zeigt er die Grenze und Unterschiede zwischen einer Erfahrungsreligion und esoterischen Feldern wie Mystik, Magie und Gnosis auf. Ein provozierender, teilweise verstörender Beitrag, der aber wichtige Fragen aufwirft.

Unter dem Titel Das Kleinod Odrörir untersucht Baal Müller Stefan Georges „Lieder der Worte“. Daß das Gedicht „Das Wort“ in einem „Geflecht mythologischer Beziehungen“ steht und dabei auf den runenkundigen Dichter und Totengott Odin verweist, wird von ihm ausführlich geschildert. Daß auch andere Mitglieder des Münchner Kosmiker Kreises sich mit dem nordischen Gott befaßt haben, darauf geht Müller in seinem Beitrag auch ein.

Einen ganz besonderen Schatz hat Kurt Oertel für uns ausgegraben, das bis dato unveröffentlichte Gedicht Die Stimmen im Tempel zu Karnak seines Großonkels Willy Oertel. Der Maler, Schriftsteller und Kabarettist gehörte dem Bohemien-Milieu an und war Mitglied des heidnischen Künstlerkreis Schwabings, in dem auch Stefan George Mitglied war. Wir danken an dieser Stelle Kurt Oertel für die zur Verfügungstellung des Typoskript aus dem Familiennachlaß.

Die Beschäftigung mit dem Neuheidentum ist in Deutschland auch immer eine Auseinandersetzung mit völkischen und rechtsextremen Strömungen. Unser Autor Christian Brüning setzt sich in seinem Beitrag Völkische Esoterik und germanisches Heidentum intensiv mit völkisch-religiösen Traditionssträngen auseinander und vergleicht diese mit dem polytheistischen Ansatz von heute. Ein wichtiger Beitrag, der klar herausarbeitet wo die Wurzeln heutiger Heiden nicht liegen.

Den Abschluß dieses Buches bilden neben einem Autorenwettbewerb des Verlages wieder ein umfassender über 40seitiger Rezensionsteil für Bücher und CDs, Autoreninfos, Termine 2007 und Kontaktadressen.

 

 

Heidnisches Jahrbuch 2006

Kurzbeschreibung des Verlages:

Für dieses Buch haben sich ein gutes Dutzend Autoren zusammengefunden, um erstmalig ein "Heidnisches Jahrbuch" zusammenzustellen. Die Artikel und Texte in diesem Buch zeugen von einer großen thematischen Vielfalt: Götter der Erfahrungsreligion, schamanisches Tanzen, Visionssuche, Runen und Ursprache, der Wunderglaube im Heidentum, der Maler Hermann Hendrich, Neo-Paganismus, die germanische Heldensage Arbogasts und weitere interessante Beiträge, allesamt seriös und tiefgründig verfaßt. Den Abschluß dieses Buches bilden Buch- und CD-Rezensionen, Autoreninfos, Termine für 2006 und Kontaktadressen. Die Beiträge sollen "als Saat neue, fruchtbare Gespräche auslösen und Antithesen herausfordern."

Heidnisches Jahrbuch 2006
von Daniel Junker (Herausgeber), Holger Kliemannel (Herausgeber)
Broschiert - 356 Seiten - Verlag Daniel Junker
ISBN: 3938432020

 

 
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